
Das Seminar ist diskursiv und praxisnah gestaltet: In Präsentationen, Diskussionen und Feedbackrunden werden Projektideen weiterentwickelt und deren Umsetzung kritisch reflektiert. Ziel ist es, Studierenden das Handwerkszeug zu vermitteln, um ästhetische Praxis in verschiedenen sozialarbeiterischen Kontexten gezielt anzuwenden.
- Kursleiter/-in: Franceschini, Bruno

Ausgangspunkt des Seminars ist die Frage, wie künstlerische Arbeit zur Sichtbarmachung vielfältiger Lebensrealitäten beitragen kann – jenseits von Defizitperspektiven, Zuschreibungen und stereotypen Darstellungen. Nach einer Einführung in grundlegende Aspekte der Porträtfotografie sowie der auditiven Gestaltung (Aufnahme, Schnitt, Montage) entstehen Arbeiten, die aus zwei Teilen bestehen: einem fotografischen Porträt und einer kurzen auditiven Collage von etwa einer Minute Dauer. Referenz für die visuelle Herangehensweise ist die Serie Teenagers in their Bedrooms von Adrienne Salinger, die intime, respektvolle und selbstbestimmte Einblicke in persönliche Lebenswelten ermöglicht.
Ein zentraler Bestandteil des Seminars ist die Auseinandersetzung mit Fragen von Haltung, Verantwortung und Teilhabe: Wie kann Porträtarbeit inklusiv gestaltet werden? Wie lassen sich Begegnungen auf Augenhöhe ermöglichen? Und wie können die porträtierten Personen als aktive Mitgestaltende in den künstlerischen Prozess eingebunden werden?
Die Projekte werden in Kleingruppen entwickelt, umgesetzt und im Seminar reflektiert. Krönender Abschluss bildet eine Kollektivausstellung im Café International.
- Kursleiter/-in: Franceschini, Bruno

Lesen ist nicht nur eine Kulturtechnik, sondern auch eine soziale Praxis – es kann Räume des Austauschs schaffen, Perspektiven erweitern und gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen. In dieser Projektwerkstatt erkunden wir diese Möglichkeiten und setzen sie unmittelbar in einem besonderen Praxisfeld um. Das Seminar ist Teil des Referenzprojekts „KontextLesen“ (https://kontextleseprojekt.com), das die Wirkung von Lesepraktiken bei straffälligen Jugendlichen erforscht. Nach einer Einführung (Projekt und Grundlagen der Lesepädagogik) und einer vorbereitenden Auseinandersetzung mit der Zielgruppe wählen die Studierenden einen geeigneten Text aus, gestalten eine Lesesituation und führen diese in der Jugendarrestanstalt durch. Simulations- und Reflexionsrunden ermöglichen es, die Erfahrungen gemeinsam auszuwerten und kritisch zu hinterfragen. Das Seminar bietet eine einmalige Gelegenheit, Lesen als ästhetisch-soziale Intervention zu erleben und mitzugestalten. Es richtet sich an Studierende, die bereit sind, sich auf eine intensive, interaktive und gesellschaftlich relevante Praxis einzulassen.
- Kursleiter/-in: Franceschini, Bruno

Dieses Seminar bietet einen gemeinsamen, ästhetischen und praktischen Raum, um Musik als Medium der sozialen Gruppenarbeit unmittelbar selbst zu erfahren. Anstatt theoretische Konzepte zu diskutieren, steht das eigene Erleben im Mittelpunkt: Wie beeinflusst gemeinsames Musizieren Gruppenprozesse? Wie verändert sich die Dynamik einer Gruppe durch Rhythmus, Klang und Stimme? Welche Rolle spielen musikalische Ausdrucksformen in sozialen Interaktionen? Durch angeleitete Improvisationen, Klangexperimente und Übungen zur musikalischen Gruppenarbeit erfahren die Teilnehmenden, wie Musik Reflexion und Kommunikation ermöglicht, Verbindungen schafft und soziale Prozesse anstößt. Unterschiedliche Methoden aus der musikgestützten Gruppenarbeit werden praktisch erprobt und reflektiert – von einfachen rhythmischen Übungen bis hin zu kreativen Klangcollagen. Dabei geht es nicht um musikalische Vorkenntnisse, sondern um das Erforschen von Gruppenprozessen durch Klang und Musik. Das Seminar richtet sich an Studierende, die durch eigene Erfahrung ein tieferes Verständnis für die Wirkweisen musikalischer Gruppenarbeit entwickeln möchten. Reflexion und Austausch über die Erlebnisse sind fester Bestandteil der gemeinsamen Praxis.
- Kursleiter/-in: Franceschini, Bruno

